Originelle Hypothese:
"Nord-Süd-Unterschiede bei Lernstandserhebungen sind Vitamin D-abhängig"
Hintergrund: Seit der Pisa-Studie gibt es immer wieder Lernstandserhebungen in Deutschland. Stets wird das Süd-Nord-Gefälle der Schüler-Leistungen bestätigt und über die Ursachen gerätselt.
Hypothese: Die unterschiedliche Leistung der Kinder könnte durch Vitamin D bedingt sein, das sich unter südlicher Sonne vermehrt bildet. Der Vitamin D-Spiegel als Ursache unterschiedlicher Lernfähigkeit von Kindern.
Betrachten wir eine ungewöhnliche Grafik:
Lernstand-durch-Sonnenstand.jpg
Methode: Auf der x-Achse ist die Sonneneinstrahlung aufgetragen. Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst DWD. Die y-Achse zeigt die Ergebnisse der Lernstandserhebung 2009, die nach Bundesländern differenziert ist.
Ergebnis: Der Lernstand im Bereich der "Rechtschreibung" korreliert mit fast 0,7 mit der jeweiligen Sonneneinstrahlung. Hinweis: Eine völlige Übereinstimmung wäre mit 1,0 zu bezeichnen.
Diskussion: Sind die Schulen in Bayern besser? Sind die Lehrer in Bremen schlechter? Wo gibt es schlechte oder gute Schulformen? Solche Diskussionen beschäftigen seit langem die pädagogischen Gemüter.
Hier wird ein neuer Ansatz unterbreitet: Gibt es in der Lebensgeschichte eines Menschen seit der Zeugung viel Vitamin D, so ist er schließlich auch in der Schule "helle". Fehlt hingegen der Sonnenschein, so sind auch die Ergebnisse des Lernstandes "unterbelichtet". Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die den Einfluss des Steroidhormones Calcitriol, dem aktiven Vitamin D auf die Hirnentwicklung belegen. (Anhang)
Für diese Hypothese spricht auch der Umstand, dass die soziale Herkunft "mehr als in anderen Ländern" die schulischen Ergebnisse vorherbestimmt. Der biologische Hintergrund: Je höher die soziale Schicht, umso mehr kann sich die Familie eine Zufuhr von Vitamin D unter südlicher Sonne leisten: Urlaub. Auch der vielzitierte Migrationshintergrund der Lernschwäche bestärkt die Hypothese: Schon in der Schwangerschaft haben Migrantinnen typischer Weise eine starke Unterversorgung mit Sonnenlicht. Die Gründe dafür sind ein dunkler Hauttyp, der mehr Sonne benötigt, die schlechteren Wohnverhältnisse und ein erlerntes Verhalten der Sonnenvermeindung. Die Vitamin D-Spiegel sind oft sehr niedrig. Das wirkt sich nachteilig auf die Hirnentwicklung aus.
Wie in anderen Bereichen der Medizin, in denen man eine Nord-Süd-Verteilung feststellt, so wäre es nicht verwunderlich, wenn auch im Bezug auf die Lernleistung der Schüler in Deutschland ein Einfluss der Sonneneinstrahlung bewiesen werden könnte. Wie könnte ein solcher Beweis aussehen? Ergänzend zur Lernstandserhebung wäre eine Befragung zur Sonnenexposition sinnvoll.
Wie lange sind unsere Schüler und Schülerinnen noch in der Mittagssonne? Wie viele Minuten werden mit reduzierter Kleidung draußen in der Zeit von 10 bis 15 Uhr verbracht, also in der Zeit, die zur Vitamin D-Erzeugung beitragen kann?
Einwände zu dieser Hypothese: Die besten Ergebnisse sind in Finnland beobachtet worden, die schlechtesten in Tunesien, Kolumbien und Brasilien. Widerspricht das nicht der Hypothese? Selbstverständlich gibt es im internationalen Vergleich auch große Unterschiede in den Schulsystemen, die hier zur Erklärung dienen können. Innerhalb Deutschlands sind die Schulsysteme aber m. E. nicht so unterschiedlich. Zumindest ist die unstrittig viel zu schlechte Vitamin D-Versorgung der deutschen Schwangeren und Kinder ein Faktor, der in die medizinische Diskussion des Süd-Nord-Gefälles beim Lernstand aufgenommen werden sollte. Weiterhin ist zu bemerken, dass dunkelhäutige Kinder bis zu 10 x mehr Sonne pro Tag bräuchten als hellhäutige. So wird in diesen Ländern auch ein Vitamin D-Mangel für Kinder beschrieben. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass eine möglichst helle Haut als schick gilt. Dem gemäss wird dort die Sonne von der Mehrzahl nach Möglichkeit gemieden. Wir können als nicht behaupten, dass Schulkinder in tropischen Gegenden automatisch einen guten Vitamin D-Spiegel hätten.
Ein anderer Einwand lautet: "Berlin hat doch viel Sonnenschein, steht aber beim Lernstand in der Reihe der Schlusslichter." - Tatsächlich weicht der Wert für Berlin von der ausgewiesenen Regressionsgeraden ab. Andererseits könnte man argumentieren, dass nicht jedes Kind an jedem Sommertag mittags "zum Wannsee" fährt. Berlin hat eine städtische Prägung und eine städtische Struktur hat schon immer als Endemie-Zentrum für einen Vitamin D-Mangel gegolten. London und Warschau waren vor etwa 100 Jahren die ersten Städte, in denen der Mangel an Sonnenlicht für Fehlentwicklungen angeschuldigt wurde.
Die Vision der Lernstand- Vitamin D- Hypothese: Wenn der Vitamin D-Spiegel von Schwangeren und Kindern auf einen Normalwert von 40 ng/ml oder mehr gelangt, findet das Gehirn optimale Bedingungen zur Entwicklung. Im umgekehrten Fall bestehen bei Blässe, Übergewicht und Nikotinkonsum wegen des damit verbundenen Vitamin D-Mangels in der derzeitigen Situation erhebliche Risiken für eine gesunde Entwicklung.
Der "Nebeneffekt" des verbesserten Vitamin D-Spiegels: weniger Frakturen, Zahnschäden, Allergien, Hauterkrankungen, Krebserkrankungen.
Der Vitamin D-Mangel bei deutschen Kindern ist bereits nachgewiesen. Die Lernstands-Defizite bei geringem sozialen Status ebenfalls. Es gibt möglicherweise einen Ausweg, der einfach und praktikabel ist: die Vitamin D-Anreicherung der Lebensmittel.
Liebe Leser,
die gerade angeführte Hypothese ist durchaus provokant gemeint. Sie ist nie überprüft oder widerlegt worden. Ich möchte in erster Linie mit diesem Querdenken auf den allgemeinen Mangel an Vitamin D hinweisen.
All das würde ich hier nicht schreiben, wenn nicht meine täglichen Erfahrungen als Allgemeinarzt den schlagartigen Nutzen der Vitamin D-Aufsättigung zeigen würde. Jeder Therapeut sollte die Prinzipien des Vitamin D-Setup in sein Repertoire aufnehmen. Warum sollte Vitamin D das einzige Steroidhormon bleiben, das nicht zum Handwerkszeug der Therapie gehört? Nur weil es kein finanzkräftiges Marketing seitens der Pharmaindustrie gibt?
Das Vitamin D-Setup ist einfach zu erlernen. Diese Methode ist unverzichtbar, um Menschen aus ihrem Defizit zu holen. Keine andere Methode der Vitamin D-Therapie kann eine vergleichbare Erfolgsrate aufweisen.
Darüber hinaus muss eine Anreicherung der Nahrungsmittel mit Vitamin D endlich erlaubt werden, um die chronische Unterversorgung zu beenden.
Lassen Sie mich die Verschlechterung der Vitamin D-Versorgung einmal aus meinem persönlichen Erleben heraus verdeutlichen: Als ich im Jahre 1967 von der Schule nach Hause ging, gab es keinen Schulbus. Mittags um 12 Uhr ging ich in meiner kurzen Lederhose durch den Sonnenschein und hatte auf dem Weg nach 20 Minuten bereits meine Tagesdosis von Vitamin D über die Haut meiner Beine gebildet. Am Nachmittag waren wir im Garten oder auf dem Bolzplatz unterwegs.
Heute hingegen geht die Schule oft bis 15 Uhr. Dann ist die Vitamin D-Erzeugung durch Sonnenlicht meist nicht mehr möglich. Die Kinder haben zudem meist lange Kleidung an, oft werden sie im Auto abgeholt. Der Nachmittag wird dann vor einem Bildschirm verbracht.
Wer wundert sich da noch über die zunehmenden Kinderkrankheiten: Kopfschmerzen, Depressivität, Lernstörungen, Kreislaufbeschwerden, Allergien, Übergewicht.... und das alles bei nachgewiesenem Vitamin D-Mangel. Regelmäßig sieht man eine Besserung nach einer Normalisierung des Vitamin D-Spiegels.
Literatur:
Lernstand Deutschland
DWD-Strahlungsgutachten
Ärztezeitung: Vitamin D und geistige Aktivität
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