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Kritik an hochdosiertem Vitamin D: Arznei-Telegramm(R)

Das Arznei-Telegramm (AT) hinterfragt die "Prävention mit hochdosiertem Vitamin D" in der Ausgabe 12/2010

Meine Meinung:

Diese Kritik des AT am Vitamin D ist zu rigoros!

Der Beitrag des AT macht darauf aufmerksam, dass eine doppelblind kontrollierte Endpunkt-Studie zu den höheren Spiegeln des Vitamin D fehlt. Eine solche Argumentation mag geeignet sein, um teuren Pseudo-Innovationen entgegen zu treten. Wenn aber auf diese Art ein spottbilliges Naturprodukt wie Vitamin D verworfen wird, dann wird hier eine besonders wirtschaftliche Therapieoptionen ungeprüft verworfen. Konservative Schätzungen zeigen beim Vitamin D einen 18-fachen return-on-investment (1).

 

Eine kontrollierte Endpunkt-Studie zur Krebsabwehr durch Vitamin D zeigte 2007 in der Vitamin-D-Gruppe eine signifikant verminderte Krebsrate (2). Für solche Studien gibt es nur selten einen Sponsor, da keine Patentierung und ergo auch kein Profit möglich ist. Bislang wurden weltweit über 2000 Analogpräparate zum Vitamin D von der Pharmaindustrie entwickelt. Dieses Phänomen zeigt die ansonsten hohe Meinung der Industrie vom ungenutzten Potenzial des Steroidhomones.

Zusätzlich zeigen epidemiologische Daten eine Verteilung von Krankheiten in Länder mit schlechter Sonnenlicht-Versorgung. Beispielsweise ist die Inzidenz von Brustkrebs mit schlechten Vitamin D-Spiegeln korreliert (3). Die enge Korrelation des bekannten Vitamin D-Rezeptor (VDR)- Polymorphismus mit der Krebsinzidenz wurde für viele Krebsarten nachgewiesen (4). Letzteres ist ein wissenschaftliches Kausal-Kriterium erster Güte.

Die therapeutische Anhebung niedriger Vitamin D-Spiegel mit Vitamin D (Kosten von 6 € ) bewirkt bei vielen Patienten eine schlagartige Besserung von sogenannten vegetativen Beschwerden. Da oft auch jahrelange bestehende Beschwerden nach einer solchen Vitamin D-Setup-Therapie verschwinden, ist die Kausalität evident (5). Eine solche Normalisierung ist oft nur durch einige 100.000 Einheiten zu erreichen. Was hier im therapeutischen Einzelfall die Therapie der Wahl ist kann natürlich im Rahmen einer Studie unnötig hoch sein. Das relativiert die berechtigte Kritik an Studien mit Dosierungen von 400.000 und mehr Einheiten. 

Stets sollte man sich vor Augen halten, dass es sich beim Vitamin D um die unwirksame Vorstufe eines Steroidhomones handelt, bei dem 400.000 Einheiten nicht mehr als 10 mg Cholecalciferol sind. Erst nach der von Calcium-Sensoren des Organismus gesteuerte Parathomon- Freisetzung kann es überhaupt zu einer biologischen Wirkung am nukleären Vitamin D-Rezeptor kommen.

Die therapeutische Nutzung des "Sonnenhormones" führt ein Schattendasein, weil sich im kommerzialisierten Gesundheitswesen keinen Promoter findet. Unabhängige Institutionen sind aufgerufen, diese Lücke zu schließen. Im vergangenen Jahrhundert hat Vitamin D nicht nur die Rachitis vertrieben. Wir Ärzte müssen uns fragen lassen, warum Vitamin D im ersten Lebensjahr unbedingt gegeben werden muß und angeblich im zweiten unbedenklich weggelassen werden kann. Hier ist ein Umdenken angesagt.

Die veraltete Position des IOM (Institute of Medicine), die "von Kanada bis Mexiko 800 Einheiten" empfiehlt ist unärztlich, unkritisch und unhaltbar. Sie bedient letztlich die Interessen einer Industrie, die kranke Menschen braucht. Eine Petition mahnt bereits die Überprüfung an. Sie können sich dem anschliessen.

Die unmittelbaren Erfolge gegen die vegetative Dystonie durch ein Vitamin-D-Setup sind in dieser Studie nicht erwähnt. Eine Übersicht hierüber können Sie für sich und Ihre Anvertrauten nutzen. Die Erfolge der Behandlung mit Vitamin D sind sowohl therapeutisch als auch präventiv!

Dr. med. Raimund von Helden (Arzt für Allgemeinmedizin, Diabetologe)

D-57368 Lennestadt

Interessenkonflikt: keiner


(1) PMID: 19268496
Prog Biophys Mol Biol. 2009 Feb-Apr;99(2-3):104-13. Epub 2009 Mar 4.
Estimated benefit of increased vitamin D status in reducing the economic burden of disease in western Europe.
Grant WB, Cross HS, Garland CF, Gorham ED, Moan J, Peterlik M, Porojnicu AC, Reichrath J, Zittermann A.

 

(2) PMID: 17556697

Am J Clin Nutr. 2007 Jun;85(6):1586-91.
Vitamin D and calcium supplementation reduces cancer risk: results of a randomized trial.
Lappe JM, Travers-Gustafson D, Davies KM, Recker RR, Heaney RP.
 

(3) PMID: 18839430

Int J Cancer. 2009 Jan 1;124(1):250-5.
Plasma 25-hydroxyvitamin D and premenopausal breast cancer risk in a German case-control study.
Abbas S, Chang-Claude J, Linseisen J.

(4) PMID: 19667145

Anticancer Res. 2009 Sep;29(9):3511-36.
The relevance of vitamin D receptor (VDR) gene polymorphisms for cancer: a review of the literature.
Köstner K, Denzer N, Müller CS, Klein R, Tilgen W, Reichrath J.

(5) von Helden, Raimund: www.vitamindelta.de: "Gesund in 7 Tagen"


Das Arznei-Telegramm (Nr 10, 2012, Jg. 43):

Die Frage nach dem Sinn eines Vitamin-D-Screenings

Arznei-Telegramm (AT) stellt sich auf die Diagnostik-Bremse

Ein Leser fragt die Redaktion des AT, ob ein Screening auf eine Vitamin-D-Mangel sinnvoll sei. 

Der Artikel beginnt mit den Kosten für die Diagnostik des Vitamin-D-Mangels. Das AT will offenbar in erster Linie Kosten eindämmen. Kommt  daher die restriktive Darstellung zur Diagnostik des Vitamin-D-Mangels? In jedem Fall handelt es sich bei diesem Ansatz um einen Trugschluss! Mit Blindheit gegenüber den Fallgruben der Medizin wird der Arzt seine Patienten nicht führen können.

Nicht einmal die Kosten wird man durch den Verzicht auf Diagnostik vermindern: Krebs kostet in Europa jährlich 120 Milliarden Euro. Alle Vitamin-D-Studien zeigen eine Verbindung von niedrigem Vitamin-D-Spiegel und einem erhöhten Krebsrisiko. Soll man hier die Tradition des Blinden Flecks fortsetzen?

Immerhin werden im Artikel einige Risikogruppen des Vitamin-D-Mangels genannt. Dann aber wird auf halbem Wege gestoppt und das Potenzial dieser neuen Diagnose abgewürgt. Diese Ausführungen erinnern mich an einen „Dienst nach Vorschrift"

Diese Gedankenführung ist das Gegenteil von medizinischer Empirie: Vorschriften statt Erkundung. Überall in Deutschland und in allen Bevölkerungsschichten gibt es Menschen mit völligem Mangel an Vitamin D. Mit der angebotenen Strategie der verschlossenen Augen kommen wir hier nicht weiter.

Die Angaben zur nötigen Sonnenexposition sind praxisfremd zusammengeschrieben. Auch hier fehlt die Prüfung durch die Labormessung der Vitamin-D-Spiegel. Die Autoren des Artikels wissen offenbar nicht, dass Einkaufswege (im Auto), Schulwege (um 7 und 16 Uhr) oder Nahrungsmittel (Verbot von Vitamin-D-Anreicherung) hier keinen Beitrag leisten können. Sonnenbäder werden abstruser Weise abgelehnt, da eine "längere Exposition zu keiner weiteren Synthese führt". Sicherlich ist nach einem kunstgerechten Sonnenbad  kein zweites Sonnenbad am selben Tag sinnvoll. Aber auf eine längere Exposition kann logischerweise erst verzichtet werden, wenn es eine kürzere gegeben hat. Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet - noch bevor es gebadet wurde.

Zur Frage der fehlenden Endpunktstudien habe ich bereits oben geschrieben. Die gute Nachricht: In den nächsten Jahren wird es solche Daten geben. Sie stammen aus Ländern, in denen das Gesundheitssystem besser auf die Gesundheit der Menschen ausgerichtet ist und nicht etwa auf den Machtgewinn den Verwaltung. In Deutschland gibt es meines Wissens derzeit keine einzige Interventionsstudie mit Vitamin D.

Das Fettdruck-Fazit des AT kritisiere ich in aller Kürze:

  • Warum darf man keine Vitamin-D-Labortests machen, wie beim Blutzucker, Cholesterin oder Vitamin B12?

  • Warum soll die Indikationsstellung zur Diagnostik auf Raritäten eingegrenzt, obwohl die Vitamin-D-Anwendung den Menschen nachweislich hilft?

  • Seit wann ist ein Wegsehen wissenschaftlicher als Messen?

  • Warum endet mit 18 Monaten beim Kind plötzlich der Substitutions-Bedarf an Vitamin D?

So denke ich über die Antwort des AT:

Ich empfinde den Artikel als knauserig und halbherzig. Nicht Krankheiten, sondern Laborkosten sollen hier gestoppt werden.

Die reduzierte Mortalität in südlichen sonnigen Ländern mit höheren Vitamin-D-Spiegeln wird in keiner Weise gewürdigt. Der Artikel bleibt in der Froschperspektive von Kostenfragen hängen.

Das Potenzial eines bislang therapeutisch ungenutzten Hormonsystems wird nicht erkannt. Professor Michael Holick, wegen einigen hundert Publikationen zum Thema "die Stimme des Vitamin D in der Welt" wird zwar zitiert, seine Kernaussagen zum Vitamin D sind völlig ausgeblendet. Er reist bestimmt nicht um den Globus, von Kongress zu Kongress, um vor den Geldausgaben der Vitamin-D-Labordiagnostik zu warnen. Davon konnte ich mich in vielen Gesprächen und Emails mit ihm immer wieder überzeugen. Er hat erkannt, dass im Vitamin D ein Potenzial ist, das unsere Welt verändern wird.

Ich bin selbst Bezieher des AT darin, weil in diesem werbungsfreien Informationsblatt regelmäßig vor Retorten-Stoffen gewarnt wird, die ohne Kenntnis der Langzeitfolgen zu horrenden Preisen auf den Markt geworfen werden. Vitamin D hingegen gibt es seit Jahrmillionen in der gesamten Biologie, vom Einzeller bis zum Menschen. Die "Langzeitfolgen" dieses Stoffes sind Fruchtbarkeit, Zellschutz und eine verlängerte Gesundheit. Hier hat das AT seine Chance verpasst, eine neue Entwicklung zu erkennen.

Naturidentische Hormone lügen nicht.

Sie machen uns weder ärmer noch kränker.

01.11.2012

Dr. med. Raimund von Helden

 

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