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Rachitis: Vitamin-D-Mangel bei Kindern

"Rückschritte (!) in der Medizin" -

die Rachitis-Krankheit: vergessen, verkannt, fehldiagnostiziert

Autor: Dr. med Raimund von Helden, Institut VitaminDelta, Lennestadt

online published 24. Juni 2012

Viele medizinische Fachzeitschriften tragen in ihrem Titel die Worte "Fortschritte in der Medizin". Die Versäumnisse, die sich jedoch beim Thema Rachitis angesammelt haben, passen leider nicht in eine solche Zeitschrift, weil es sich hier um einen Rückschritt handelt.

Die Rachitis ist aus dem Blickfeld der medizinischen Wissenschaft verschwunden. Ein schwer verstehbares hormonelles Defizit-Syndrom wird nicht mehr wahrgenommen. In einem kommerzialisierten Gesundheitssystem kommen alle Mittel schlecht weg, die nicht kommerziell nutzbar sind. Das ursächlich wirksame Therapeutikum der Rachitis ist Vitamin D. Weil es sich um einen patentfrei zugänglichen Naturstoff handelt, verfiel diese Substanz in einen 50-jährigen Dornröschenschlaf.

Um die Rachitis zu verstehen, die gerade heutzutage wieder zahlreiche Babys und Kinder befällt, müssen wir antiquarische medizinische Bücher zur Hand nehmen, die aus der Zeit von 1850 bis 1960 stammen. Damals kannten Ärzte noch die "Gedeihstörung" und behandelten damals generell auf die wahrscheinlichste Ursache: den Vitamin-D-Mangel. Im Zuge einer angeblich funktionierenden Versorgung geriet dieser Zusammenhang in den letzten Jahrzehnten in völlige Vergessenheit. Dieses Unwissen rächt sich heute.

Auch wenn die Rachitis, auch "die englische Krankheit" genannt, in Vergessenheit geraten ist, so bedeutet das nicht, dass sie verschwunden wäre. Es handelt sich bei der Rachitis um die Störung eines Hormonsystems, das für die Steuerung unserer genetischen Programme verantwortlich ist. Die vielgestaltigen Zeichen der Rachitis belegen eindrucksvoll die Macht des Vitamin D im menschlichen Organismus.

Gibt es heutzutage überhaupt einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern? Bei meiner ärztlichen Tätigkeit sehe ich regelmäßig neue Fälle von Kindern mit einem ausgeprägten Vitamin-D-Mangel.

Diese Tafel zeigt beispielhaft 10 Laborbefunde aus der Sprechstunde. Diese 10 Kinder im Schulalter hatten einen unmessbar niedrigen Vitamin-D-Spiegel: unter 7 ng/ml. Doch dies sind keine Einzelfälle. Ich könnte hier ganze Stapel von Befunden über Kinder mit pathologischen Vitamin-D-Werten vorlegen.

Diese Grafik aus der Schweiz zeigt uns, dass die gesunden und schützenden Vitamin-D-Spiegel oberhalb von 40 ng/ml nur von ganz wenigen Kindern kurzzeitig im August erreicht werden. In der meisten Zeit liegen fast alle Schüler im Bereich unter 20 ng/ml. Die Sommerzeit hat wie erwartet die relativ höchsten Werte, was in gelb dargestellt ist. Der Sommer bringt zwar eine Besserung, jedoch keine Normalwerte im grünen Bereich. Alle anderen Jahreszeiten sind mit einem krankhaften Mangel an Sonnenlicht und Vitamin D behaftet und das obwohl die Schweiz südlicher liegt und ein Aufenthalt in UV-reichen Höhen möglich ist. Die Werte in Deutschland können daher nur schlechter sein, weil es nördlicher liegt und wir keine Berggipfel erklimmen können.

Diese Grafik vom Robert-Koch-Institut zeigt, dass Kinder in Deutschland durchweg im roten Bereich unter 20 ng/ml liegen.. Die schlechtesten Werte finden sich in der Pubertät, währen die besten Werte im ersten Lebensjahr wegen der Anwendung von Vitamin D erreicht wurden. Ein schützender Spiegel im grünen Bereich von mehr als 40 ng/ml wird jedoch in von allen Altersgruppen verfehlt.

Wir müssen leider feststellen, dass praktisch alle Kinder einen mehr oder minder starken Vitamin-D-Mangel haben. Eine ausreichende Versorgung darf daher generell bei allen Kindern in Zweifel gezogen werden.

Wie erkennt man eine Rachitis beim Kind? Welche Symptome deuten auf einen Mangel an Vitamin D?

Gehen wir in der Medizingeschichte zurück ins Jahr 1910: Die Rachitis war in dieser Zeit vor über 100 Jahren eine  Krankheit, die von den Wissenschaftlern intensiv erforscht wurde. Ganze Stapel dicker Bücher wurden zu diesem Thema geschrieben, um eine Lösung dieses Problems zu finden. Nicht nur die Kinder armer Leute auch solche aus gutem Hause waren betroffen. Die schmerzenden und verbogenen Knochen machten große Sorgen, verzweifelt suchten damals Eltern und Ärzte nach einem Ausweg. Diese antiquarischen Bücher müssen wir heute wieder zur Hand nehmen, um den Vitamin-D-Mangel besser zu verstehen.

Dieses Präparat eines Säuglingsschädels aus dem Jahre 1910 demonstriert, dass bei einem ausgeprägten Mangel an Vitamin D grubenartige Defekte am Hinterkopf entstehen können. Man kann diese Gruben mit den Fingern ertasten. Der Untersucher hat den Eindruck, als hätte jemand seine Finger in ein butterweiches Gewebe gedrückt. All dies ist die Folge einer ungenügenden Verkalkung des Schädelknochens. Durch den Druck des Eigengewichtes auf den weichen Hinterkopf kommt es sogar zu einer Abplattung des Hinterkopfes.

Bei erwachsenen Menschen mit geringer Kopfbehaarung lässt sich an einem flachen Hinterkopf der Mangel an Vitamin D in der Kindheit ablesen. Es kommt bei unvermindert voranschreitender Rachitis zusätzlich zu einer Abrundung des Schädels. Wie das Bild aus dem Jahre 1920 zeigt, verliert der Schädel seine längsovale Form und wird rund wie ein Ball. Die Mitte der Schädelgrube, die Schädelbasis steigt durch Erweichung nach oben, der Schädel insgesamt sinkt nach unten. Hier ist eine Verklemmung der der Flüssigkeitsbahnen im Schädel eine typische Folge. Ein runder Wasserkopf mit erhöhtem Hirndruck ist daher eine typische Folge einer Rachitis. Das Gesicht dieser Kinder ist auffallend breit.

Leider ist das Thema Rachitis nicht auf die Zeit um 1900 beschränkt. Auch heute noch findet man regelmäßig bei Säuglingen eine Erweichung des Schädels als Zeichen der kindlichen Rachitis. Die Schädelerweichung wird in der Fachsprache auch Craniotabes (Kraniotabes) genannt. Das lateinische Wort Tabes kann man mit Verrottung, Verfaulung übersetzen.

Die Grafik einer japanischen Studie von  2008 zeigt, dass am Frühlingsende geborene Kinder bis zu 30 % unter einer Schädelerweichung leiden. Das Bild zeigt einerseits die landestypischen Sonnenstunden pro Monat in gelber Farbe. Andererseits sehen wir, dass in der Folge des lichtarmen Winters ein Anstieg der Rachitis der Neugeborenen im Frühjahr zu verzeichnen ist,. Die größte Gefahr erkennt man bei den im Mai geborenen Kindern, während die geringste Gefährdung bei November-Geborenen zu verzeichnen ist.

Die Studie stammt aus einer Gegend, die auf dem 35. Breitengrad liegt, das ist die geografische Breite von Tunesien oder dem Libanon. Somit hatten die Schwangeren in dieser Studie eine deutlich bessere Sonneneinstrahlung als Deutschland, das bis zum 53. Breitengrad hinaufreicht - das ist die Breite der Hauptstadt von Alaska. Wir müssen daher bei einer vergleichbaren Studie in Deutschland Zahlen befürchten, die deutlich höher liegen. Hinzu kommt, dass in Japan der traditionell hohe Konsum von Fisch zu einer höheren Zufuhr von Vitamin D führt. Es gibt also zwei gute Gründe, warum diese Zahlen in Deutschland nicht besser sein können sein.

Alle Hebammen bestätigten mir auf Anfrage immer wieder, das sie regelmäßig am kindlichen Kopf eine pergamentartige Eindrückbarkeit und weiche Stellen entdecken können. Beides ist typisch für Rachitis.

In diesem Atlas aus dem Jahre 1922 über die Rachitis, verfasst von Dr. med. Franz Wohlauer, sind typische Schäden des Vitamin-D-Mangels abgebildet.

Diese beiden Kinder haben die typischen Zeichen der Rachitis:

  • verbogene Unterschenkel
  • verformter Brustkorb, Thoraxdeformität
  • schiefe Wirbelsäule, Skoliose
  • Kugelbauch

die Rachitis wirkt sich als hormonelle Störung auf das ganze Skelettsystem aus.

Im selben Atlas findet sich weitere Bilder der Skoliose. Weiterhin sind Gelenke und Knie schief und ungenügend entwickelt. Das alles sind Befunde, die heute bei einer konstanten Zufuhr mit Vitamin D vermeidbar wären.

Die sogenannte "angeborene Hüftgelenks-Dyplasie" ist wahrscheinlich die Folge eines anhaltenden Vitamin-D-Mangels in der Schwangerschaft. Vor dem Hintergrund, dass nicht nur Babys sondern auch junge Frauen durchweg in einem Zustand der Unterversorgung sind. Daher vollzieht sich die Schwangerschaft in einer Phase des Vitamin D-Mangels.

Schon die Unfruchtbarkeit junger Paare ist oft Folge eines unerkannten Vitamin D-Mangels. Die mit einer künstlicher Befruchtung erzwungene Schwangerschaft steht dann unter erhöhten Risiken des unkorrigierten Vitamin-D-Mangels.

Kinder, die schon in der Embryonalzeit nur schlecht mit Vitamin D versorgt wurden, bleiben oft auch im ersten Lebensjahr unterversorgt. Schließlich kommt es im 2. Lebensjahr unter der Einwirkung des Körpergewichtes auf die krankhaft weichen Knochen zu einem Absinken des Schenkelhalses. Der Schenkelhals entwickelt die Form des kleinen Buchstaben "r". Normal wäre ein Anstieg im Verlauf des Schenkelhalses.

Der Begriff "idiopathische Hüftgelenks-Dyplasie" sollte bis zum Beweis des Gegenteils stets als mögliche Folge eines embryonalen Vitamin-D-Mangels behandelt werden.

Hier sehen wir Knochenpräparate von verstorbenen rachitischen Kindern,. Die Knochen sind gebogen, der Innenaufbau ist morsch und unvollständig. Die in der Mitte liegenden Oberschenkelknochen haben einen abgesenkten Schenkelhals, der Hüftkopf ist in krankhafter Weise tiefer gelegen als der Schenkelhals: "r". Diese Knochen bereiten starke Schmerzen, die Knochenhaut wird an der gewölbten Seite gedehnt, jede Belastung wird zur Qual. Einbrüche sind ebenfalls erkennbar. Da es sich aber meist um eine Einstauchung handelt, bleibt die richtige Diagnose aus.

Die Zeichen des Vitamin-D-Mangels sind:

  • gebogene Knochen der Beine,
  • Verbiegung und Skoliose der Wirbelsäule,
  • Beine in Schonhaltung,
  • gelenknahe Fehlstellungen und Frakturen,
  • die Bauchmuskulatur ist kraftlos und wurde damals als Froschbauch bezeichnet.

Diese Bäuche sind ohne muskuläre Zügelung die Hüfte sind kraftlos.

Ein damals bekanntes Zeichen des Vitamin-D-Mangel ist die Verstopfung, medizinisch Obstipation genannt. Auf der linken Seite ist eine rachitischer Fall aus unseren Tagen abgebildet. Die trägen Darmtätigkeit ist am hohen Luftgehalt des Darmes zu erkennen, was sich schwarz darstellt. Im historischen Vergleich sieht man ebenfalls große Bäuche mit einer schlaffen Muskulatur.

Wenn heutzutage ein Kind im 2. Lebensjahr unter Verstopfung leidet ist ein Mangel an Vitamin D die typische Ursache. In Unkenntnis dieser Zusammenhänge wird statt der simplen Gabe von Vitamin D eine unnötig belastende Diagnostik durchgeführt.

Die rachitische Hühnerbrust ist ein oft beschriebenes Phänomen, wo es durch den Zug des Zwerchfellmuskels zu einer ungenügenden Entfaltung des Zwerchfellmuskels kommt. Wir wissen, dass konstanter Zug beispielsweise durch eine Zahnklammer in der Lage ist, einen Knochen umzuformen. Ebenso kann ein Zug des Zwerchfellmuskels verhindern, dass sich ein Brustkorb queroval entwickelt. Auch die Ursache der Trichterbrust ist vorrangig in einer fehlenden Versorgung mit Vitamin D zu suchen.

Weitere typische Zeichen der der Rachitis sind Anschwellungen im Handgelenk, wie wir sie hier als Ödem erkennen. Genauer gesagt ist nicht das ganze Gelenk geschwollen sondern die Enden der Unterarmknochen, denn hier befinden sich die notleidenden Wachstumszonen des Knochens. Druckschmerzen an geschwollenen Handgelenken: das ist ein typisches Zeichen der Rachitis.

Der Haltungsschaden des Kindes ist unverkennbar. Der Kopf sitzt tief, der Abstand zwischen Schultern und Kopf durch eine weiche Halswirbelsäule und einen weichen Schädelboden (Schädelbasis) verkürzt. Der weiche Froschbauch und die Verbiegung der Unterschenkel komplettieren die Diagnose.

Der rachitische Rosenkranz, der durch die Lehrbücher geistert, ist hingegen relativ selten. Im Bereich der vorderen Achsellinie (Axillarlinie) kommt es zu wulstigen Auftreibungen aller Rippen. Durch beständige Atembewegungen ist der Knochen offenbar nicht in der Lage ordnungsgemäß zu verknöchern und bildet stattdessen dieses wulstigen Auftreibungen. Die ärztliche Erfahrung besagt, dass Rippenfakturen an diesen Stellen besonders schlecht heilen, da sie beständigen Atembewegungen ausgesetzt sind.

Das nächst Bild zeigt die Innenansicht der Rippen bei einem verstorbenen Rachitiskind. Die Serie von Verdickungen sind also auch auf der Innenseite des Brustkorbes vorhanden.

Das Thema Rachitis belehrt uns über die große Macht des Vitamin D. Es wurde so viel geschrieben, weil zahlreiche Sorgen und Probleme die Menschen anhaltend bedrängten. Die übliche Gabe von Vitamin D im ersten Lebensjahr besagt nicht, dass ein Vitamin-D-Entzug in den Folgejahren unbeschadet überstanden werden kann. Vielmehr muss bei einer anhaltenden Unterversorgung mit anhaltenden, also chronischen Problemen der Gesundheit gerechnet werden. Es lässt sich folgern, dass ein Vitamin-D-Mangel, der in den ersten Lebensjahren schlimmste Auswirkungen hat, auch in den weiteren Jahren nicht völlig ohne Schaden bleibt.

Die Untersuchung von Skelett und Zähnen beim Erwachsenen berichtet uns rückblickend von der unzureichenden Versorgung mit Vitamin D in der Kindheit. Wenn sie Ihre eigene Vergangenheit erkunden wollen, dann prüfen Sie einmal

  • den Hinterkopf, ob er auffällig flach ist
  • die Rippen, ob sie sich unten glockenartig nach außen wölben,
  • die Schienbeine, ob sie gebogen sind,
  • den Yoga-Sitz, denn das zeigt ideale Hüftgelenke an.

Woran erkennt man die Rachitis im Röntgenbild?

Das historische Lehrbuch zeigt  die Knochen eines Unterarmes, die wie Bäume im Nebel wirken. In der Nähe des Handgelenkes, da wo wir eine klare Kontur erwarten, sieht man nur noch einen schattigen Umriss. Daneben abgebildet ist eine aktuelles Röntgenbild einer Rachitis aus dem Jahr 2011. Dies beweist, dass die Wiederkehr der Rachitis kein Hirngespinst ist. Leider wird die Rachitis typischerweise mit Fehldiagnosen belegt und fehltherapiert.

Schon 2006 hat Prof Michael Holick aus Boston, USA von der "Auferstehung der Rachitis" gesprochen und damit als Erster auf den Vitamin-D-Mangel als Ursache von aktuellen orthopädischen Erkrankungen hingewiesen. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass der Begriff der Orthopädie übersetzt "gerades Kind" bedeutet. Das Problem der Rachitis mit der Entwicklung "schiefer Kinder" war quasi die Mutter dieser Facharztgesellschaft. Welcher Orthopäde ist heute in der Lage einen Vitamin-D-Spiegel zu bestimmen und eine gezielte Vitamin-D-Therapie einzuleiten?

Das Bild mit den bunten Kreisen zeigt, wie schwer es ist einen Vitamin-D-Mangel im Röntgenbild zu erkennen. Die grünen Bilder zeigen Normalbefunde, hier finden sich schwarze, also dichte Knochen mit klaren Randkonturen. Die roten Kreise hingegen zeigen nur verwaschene Bilder der Knochen. Stets kann der Arzt bei solchen Bildern glauben, die Röntgenaufnahme wäre "nicht richtig belichtet." So wird das Phänomen der Rachitis fälschlich den technischen Bedingungen der Aufnahme zugeordnet.

(einprägsamer Merksatz: "Nicht das Röntgenbild des Kindes ist überbelichtet, sondern das Rachitis-Bewusstsein des  Diagnostikers  ist unterbelichtet.")

Die gelben Kreise zeigen Übergangszustände. Unter der Therapie ist es zu einer Konturenvermehrung und Kontrastverstärkung der Knochen gekommen.

Das Bild links zeigt die Kernspintomografie eines rachitischen Säuglings-Schädels. Wir erkennen, dass der Knochen sich hier nur spurenhaft abbildet, was am völligen Mangel an Knochensubstanz liegt. Dieser schwer krankhafte Befund wurde vom Radiologen weder beschrieben noch erkannt, das Bild wurde als "Normalbefund" bewertet. Ein tatsächlicher Normalbefund ist rechts dargestellt, hier ist eine knöcherne Schädelkapsel eindeutig zu erkennen. Sie umgibt den Kopf wie die Eierschale das Ei.

Dieser Vergleich ist gar nicht weit hergeholt. Hühnerzüchter befürchten, dass Eier zu Bruch gehen. Hühner ohne Vitamin D im Futter legen dünn-wandige Eier oder sogar sogenannte Windeier: das sind Eier ohne Kalkschale. Seit Entdeckung des Vitamin D sind Hühner die am besten mit Vitamin D versorgten Lebewesen, damit die Eier nicht zu Bruch gehen. Das traurige "Gefängnisleben" der Hühner ist unbestritten, dennoch haben die Hühner den Menschen in diesem Lande hier etwas voraus: einen intakten Vitamin-D-Spiegel.

Nicht nur Seefisch, sondern auch das Hühnerei enthält Vitamin D. Selbst der Vitamin-D-Gehalt von Fischen hängt maßgeblich von der Fütterung mit Vitamin D ab. Wird in der Fischfarm zu wenig Vitamin D verwendet, so hat auch ein Lachs nur sehr wenig Vitamin D. Von einer automatisch geregelten natürlichen Zufuhr für den Menschen kann also weder beim Seefisch noch beim Hühnerei die Rede sein.

Oft herrscht der Irrglaube, das ein kindlicher Schädel nicht verknöchert sein dürfte, weil er noch "im Wachstum" sei. Diese fehlerhafte Annahme hat dazu geführt, dass Rachitiskinder regelmäßig fehldiagnostiziert werden. Der Knochen wächst ohnehin nur in seinen Randzonen . Ein Vitamin-D-Mangel wirkt sich im Kern der Knochen als Strukturschwächung aus, in den Wachstumszonen am Rand als Wachstumshemmnis. Daher führt ein Vitamin-D-Mangel auch typischerweise nicht nur zu verbogenen Knochen, sondern auch zu Minderwuchs.

Wir sehen im linken Bild eingekreist einen Knochenbruch  (Fraktur), wie sie bei einem Rachitiskind im Jahre 2011 dokumentiert wurde. Der  Vergleich auf der historischen Abbildung einer Rachitis auf der rechten Bildseite zeigt mehrfach gebrochene Knochen.  Diese Knochenbrüche bei Rachitis ereignen sich typischerweise am Ende des Knochens und bilden wegen der schwachen Substanz der Röhrenknochen eine Einstauchung in Form einer Mütze. Die Substanzarmut des Knochens ist schuld an diesem Mechanismus, der sich bei der Fraktur eines gesunden Knochens nicht findet. Hier sind die Knochen zu kompakt um sich teleskopartig oder mützenartig ineinander zu schieben.

Auch in diesem Fall wurde die Rachitis als Ursache von den behandelnden Kinderärzten, Chirurgen, Radiologen und Pathologen nicht erkannt. Vielmehr wurde der Mutter eine "Kindesmisshandlung" vorgeworfen und das Kind durch das Jugendamt den Eltern entzogen.

Die radiologischen Zeichen der Rachitis werden meist übersehen. Der Grund ist das fehlende Bewusstsein in der heutigen Ausbildung. Der Normalfall ist die naheliegende Fehldiagnose als Überbelichtung, also die Anwendung von einer zu hohen Strahlendichte. So muss jeder Radiologe hellhörig werden, wenn sich in seiner Abteilung die irrige Auffassung bildet: "unsere Röntgenaufnahmen bei Kindern sind ständig überbelichtet".

Für welches Kind ist das Rachitis-Risiko am größten? Welches Alter ist am stärksten betroffen, welcher Geburtsmonat?

Wir sehen hier Zahlen aus dem Jahr 1863, die in Prag erhoben wurden und in Berlin von Prof. Ritter von Rittersheim veröffentlicht wurden. Sein Buch trägt den Titel "Rachitis". Wir können diese Zahlen aus einer Zeit ohne Vitamin D als Ausgangswerte für eine Risikoabschätzung verwenden.

Im ersten Lebensjahr waren überwiegend Jungen betroffen. Die Zahl der Rachitisfälle war im ersten und zweiten Lebensjahr kaum unterschiedlich.  E ist daher ein Irrglaube, anzunehmen dass eine Vitamin-D-Prophylaxe, allein im ersten Lebensjahr völlig ausreichend wäre. Viel Kinderärzte machen den Fehler, Vitamin D nach dem ersten Lebensjahr prompt und obligatorisch abzusetzen.

Die Zahlen aus Prag zeigten, dass es eine besonders hohe Gefahr in den ersten drei Lebensjahren gibt. Der Rückgang des Risikos ist im Zusammenhang mit der Gehfähigkeit der Kinder zu sehen. Nicht das steigende Alter selbst bewahrt dann vor der Rachitis, sondern die Sonnenstrahlen retten vor der Unterversorgung. Angesichts des allgemeine vorherrschenden Glaubens an den pausenlosen Einsatz von Sonnencreme ist diese Art der Rettung den heutigen Kindern leider allzu oft verwehrt.

Diese Grafik von 1935 stammt aus München. Die höchste Rate von Rachitisfällen wurde damals im Monat Januar verzeichnet, im Sommer war ein Rückgang auf etwa die Hälfte zu verzeichnen. Einen erneuten Anstieg wurde für den November beschrieben, wenn die Sonne ihre Kraft verliert.

Im Vergleich mit der japanischen Studie sehen wir hier in München eine unmittelbare Verknüpfung mit dem Sonnenstand. Die japanische Studie unterscheidet sich, denn sie untersucht Neugeborene. Die zaghafte Vitamin-D-Erzeugung in der Frühlingsonne in den Monaten April und Mai vollzieht sich nur mit kleinem Zugewinn für den Vitamin-D-Speicher. Die Füllung des Speichers vollzieht sich bekanntlich so langsam, dass sich die steigenden Vitamin-D-Spiegel bei der Mutter erst nach 2 Monaten Sonnenschein für eine Versorgung von ungeborenem Kind und Mutter ausreichen. Um die Speicher zu füllen braucht es offenbar Monate, dies sind bekannte Fakten der Pharmokokinetik, der Wissenschaft von der Verteilung der Stoffe im Körper. Dies alles entspricht der Erfahrung bei der niedrig dosierten Gabe von Vitamin D. Für eine genaue Steuerung des Vitamin -D-Spiegels wurden Formeln entwickelt, die eine genaue Vitamin D Einnahme ermöglichen.

Die Gefahr einer Rachitis ist in den letzten 50 Jahren durch die zaghafte Anreicherung der Babykost mit Vitamin D abgebremst worden. Babykost, ist leider das einzige Nahrungsmittel, das mit kleinen Mengen von Vitamin D angereichert werden darf. Hier kommt es zu einem relativen Schutz.

Je nach Freizeitverhalten der Familien kommt es jedoch zu einem Mangel an Sonnenlicht auf der Haut. Die Anwendung von Sonnencreme verhindert die Vitamin-D-Bildung in der Haut. Mütter, die oft aus einem kommerziell induzierten "Pflichtbewusstsein" ihre Kinder unablässig eincremen, verhindern die Vitamin-D-Erzeugung. Die Zellen ohne Vitamin D betreiben dann unablässig eine ungebremste Aktivität. Das ist der Ursprung vieler Krankheiten: Allergien, Autoimmunkrankheiten, Typ-1-Diabetes, Krebs

Allen Kindern ist gemeinsam,dass sie mit der bestenfalls unsystematischen Anwendung von Vitamin D, zufälliger Besonnung ansonsten aber kosmetischer Sonnenblockade letztlich in einer chronischen Unterversorgung mit Vitamin D enden.

Wo beginnen wir den Kampf gegen die Rachitis?

Wir haben in Deutschland derzeit die maximale Rachitsgefährdung zu zwei Zeitpunkten der kindlichen Entwicklung:

1) Einjährige Kinder, bei denen die Gabe von Vitamin D nach einem Jahr eingestellt wurde:

Folgt der Unterbrechung des Vitamin-D-Gabe ein Winter, so ist in den Monaten von Januar bis Mai mit Krankheiten wie Beinschmerzen, Verstopfung und  Infektanfälligkeit zu rechnen. Die Frage vieler Mütter: "Was fehlt meinem Kind, dass es jetzt im 2. Lebensjahr so oft krank wird?" ... hat jetzt eine neue und überraschend klare Antwort.

2) Neugeborene, insbesondere solche, die im Mai geboren wurden:

Wenn die Mutter ohne die Einnahme von mindestens 4000 Einheiten Vitamin D täglich durch die Schwangerschaft gegangen ist, die Sonne gemieden hat und stattdessen Sonnencreme beständig aufgetragen hat, so ist eine gesundheitliche Schwächung des Babys vorprogrammiert. Der erste Beweis für diese Fehlentwicklung sind weiche Stellen des Hinterkopfes.

3) Kinder von Migranten sind benachteiligt:

Wenn sprachliches und inhaltliches Verständnis bei Migranten für der Notwendigkeit der Einnahme von Vitamin D fehlt, dann wird die Unterbrechung der Vitamin-D am Ende der Packung zum Normalfall. Hier ist auch eine Ursache für eine fehlende Chancengleichheit der Migranten zu sehn. Menschen aus tropischen und subtropischen Zonen der Erde kennen keine Kultur des Sonnenbadens, wie sie hier zur Gesunderhaltung oft gepflegt wird. Gerade wegen der dunklen Haut ist bei den meisten Migranten eine viel längere Exposition erforderlich. Weil jedoch eine zusätzliche Bräunung bei dunklem Hauttypus oft unerwünscht ist, sind praktisch alle Frauen dunklerer Hautfarbe von einem Vitamin-D-Mangel betroffen:

  • Längere Sonnenzeiten von über 40 Minuten wären bei Hauttyp 4, 5 und 6 nötig,
  • Sonne wird jedoch wegen der unerwünschten Bräunung oft ganz bewusst vermieden.
  • mangelndes Wissen über die Vitamin-D-Abbau durch Zigaretten

Diese Bedingungen, die in südlichen Ländern zum Teil durch eine starke Sonnenstrahlung kompensiert werden, führen hier in Deutschland zum Syndrom des akuten Vitamin-D-Mangels


Warnhinweis - Sonnencreme kann Schwangere und ihr Baby schädigen:

In diesem Zusammenhang darf eine erhöhte Mißbildungsrate durch die Verwendung von Sonnencreme in der Schwangerschaft aus logischen Gründen angenommen werden. Schwangere sollten keine Sonnecreme benutzen, weil bei kompletter Vitamin-D-Blockade die Gefahr von Missbildungen heraufbeschworen wird. Mehr dazu unter : Vitamindelta.de/Schwangerschaft.

Wir werden sehen, wie lange es dauert bis dieser Hinweis von der Kosmetikindustrie auf alle Packungen gedruckt wird.


Wer informiert hier die Öffentlichkeit?

Das Projekt VitaminDelta ist eine "NGO" - eine "Non-Government-Organization". Wir erhalten keinerlei Mittel aus öffentlichem Geld und haben das auch nicht beantragt.

Auch bestehen keine Verträge mit der Pharmaindustrie. Nur so können wir gewährleisten, dass unser Projekt völlig unabhängige Informationen liefert. Wir helfen Ihnen mit fachlichem Rat, den die offiziellen Stellen angesichts der landesweiten Unterversorgung so schmerzlich vermissen lassen.

Wenn es Ihre Situation ermöglicht, so bitten wir um Ihre Hilfe über den Spendenbutton unserer Internetseite.
Es dankt im Namen der unzähligen Menschen, denen geholfen wurde..

Lennestadt, den 24. Juni 2012

Dr. med. Raimund von Helden

Institut VitaminDelta.

 


Mehr Informationen vom Institut VitaminDelta.de

 

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